„PUSHEN – UND DAS VON OBEN BIS UNTEN“

peg. Der Walliser Ramon Zenhäusern ist hinter Daniel Yule der konstanteste Schweizer Slalom-Fahrer. Am Dienstag wartet das „Night-Race“ von Schladming auf den Walliser. Das „Rennen der Rennen“, an welches Zenhäusern so seine Erinnerungen hat.

In Kitzbühel hatte Ramon Zenhäusern nach dem freien Hangbefahren nicht ein wirklich gutes Gefühl. Der Walliser liess sich davon aber nicht beirren und wurde im Rennen als Zwölfter zweitbester Schweizer. Und wie sieht es kurz nach dem Hangbefahren in Schladming aus? „Besser. Wir haben zwar den obersten Teil nicht befahren können, weil sie dort noch mit dem Balken am vereisen sind, aber unten hat es richtig Spass gemacht“, sagt Zenhäusern am Montagabend gegenüber skionline.ch.

Gefühlsmässig sind also Kitzbühel und das Luftlinie 100 Kilometer entfernt liegende Schladming nicht zu vergleichen. „Auch sonst nicht. Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe“, wirft Zenhäusern ein. „Kitzbühel war eisig, hier ist der Schnee eher aggressiv. Und auch das Gelände ist ganz anders.“ Der Ganslernhang in Kitzbühel werde von vielen Wellen und Geländeübergängen – etwas, was Zenhäusern mag – geprägt und habe auch gefühlvolles Fahren mit Köpfchen verlangt. Der unterste Teil der Planai in Schladming präsentiere sich ganz anders. „Hier gibt es nur eins: Pushen – und das von oben bis unten.“

Für jeden Slalomfahrer sei Schladming „das Rennen der Rennen“, sagt der Walliser und spricht damit die Volksfeststimmung beim Nacht-Slalom an. „Es ist gewaltig. Das Publikum steht wirklich vom Zielraum bis hinter das Starthaus dicht gedrängt. Und es ist laut.“ Beim ersten Rennen habe er sich dadurch noch ablenken lassen, räumt Zenhäusern ein. „Ich habe noch auf jede Zwischenzeitmeldung des Speakers gehört, jetzt bin ich fokussiert und blende das aus.“

In den Jahren 2014 und 2015 konnte sich der 24-Jährige vom Skiclub Bürchen nicht für die zweiten Läufe qualifizieren, 2016 wurde er 17. Ein Resultat, welches Zenhäusern, der in Kitzbühel die halbe WM-Qualifikation geschafft hat, am Dienstag toppen will. „Es ist mein Ziel, dass ich die WM-Selektion schaffe und so ohne Wenn und Aber qualifiziert bin.“ In Zahlen ausgedrücke würde das bedeuten, dass Zenhäusern (zum zweiten Mal) in die Top-15 fahren muss. Bisher haben Daniel Yule und Luca Aerni die Vorgaben des Verbandes erfüllt. Zenhäusern kommt diesen mit Platz 12 (Kitzbühel) und Rang 16 (Wengen) von den restlichen Athleten am nächsten. Überhaupt ist der Zwei-Meter-Mann hinter Teamleader Yule der konstanteste „Zick-Zacker“ von Swiss Ski. Yule hat alle sieben bisher gefahrenen Rennen mit Klassierungen zwischen den Rängen 4 (Zagreb) und 22 (Wengen) beendet, Zenhäusern hatte es nur in Zagreb nicht in die Resultatlisten geschafft. Aber für das „Nigh-Race“ von Schladming haben all die früheren Resultate keine Bedeutung. Die Uhr beginnt für jeden Fahrer wieder bei Null zu laufen.
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